Unsere Fragestellung:

Anlässlich der Stände- und Nationalratswahlen 2019 haben wir an die Kandidatinnen und Kandidaten aus den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft folgende Frage gestellt:

Sie kandidieren gerade für den Stände- und/oder Nationalrat. Stellen Sie sich vor, Sie werden gewählt:
Wie werden Sie auf Bundesebene die Interessen der Personen vertreten, die in der Schweiz leben und Sie am 20. Oktober nicht wählen durften
?

"Ich setze mich für die Gesamtbevölkerung ein mit oder ohne Stimmrecht. Mir ist es ein Anliegen den Zugang zum Gesundheitswesen - gerade auch von MigrantInnen zu verbessern und gleichzeitig auch die Prämien bezahlbar zu machen. Gesundheit darf kein Privileg sein."
Sarah Wyss, Nationalratskandidatin SP Kanton Basel-Stadt (bisher im Grossen Rat)

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"Als Nationalrats des Kantons Basel-Stadt ist es mein Bestreben, die Interessen der gesamten im Kanton lebenden Bevölkerung in Bern zu vertreten. Eingeschlossen sind selbstverständlich auch Personen, die kein Wahlrecht besitzen, also sowohl Personen unter 18 Jahren als auch Ausländer."
Sebastian Frehner, Nationalratskandidat SVP Kanton Basel-Stadt (bisher im Nationalrat)

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"Wie bereits auf kantonaler Ebene werde ich mich auch in Bundesbern dafür einsetzen, dass die Einbürgerungshürden gesenkt werden. Damit Migrantinnen und Migranten, die sich zur Schweiz bekennen, schneller und einfacher politisch partizipieren können."
Luca Urgese, Nationalratskandidat FDP Kanton Basel-Stadt (bisher im Grossen Rat)

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"Dass Menschen, die hier schon Jahre leben und arbeiten nicht mitstimmen dürfen, ist eine Unrechtmässigkeit, die ich beheben möchte. Alleine kann ich das nicht. Aber wenn viele mithelfen, dann bewegt sich auch die Schweiz. Das Stimmrecht auf kommunaler Ebene ist der nächste Schritt, so wie das SP-Stadtpräsidentin Corinne Mauch in Zürich gefordert hat und wie das schon acht Kantone kennen. Das will  ich für alle Kantone ermöglichen."
Eric Nussbaumer, Ständeratskandidat SP Kanton Basel-Landschaft (bisher im Nationalrat)

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"Ich werde mich in Bern dafür einsetzen, dass alle Menschen die in der Schweiz leben in Zukunft auch mitbestimmen können. Und solange dass noch nicht umgesetzt ist, möchte ich mich für die Interessen dieser Personen einsetzen. Wir sind nur gemeinsam stark. Gleiche Rechte für alle, denn Mensch ist Mensch."
Jo Vergeat, Nationalratskandidatin Bündnis Grüne BastA! jgb Kanton Basel-Stadt (bisher im Grossen Rat)

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"Ich würde als Erstes eine Brücke schlagen und mich mit dem Verein Mitstimme treffen und hören, welches ihre dringlichsten Anliegen auf Bundesebene sind. Als Bildungspolitikerin auf kantonaler Ebene und Sekundarlehrerin sind Themen wie frühe Sprachförderung, Chancengerechtigkeit in der Volksschule/weiterführenden Schulen/Berufslehre sehr wichtig und da besteht aus meiner Sicht noch viel Handlungsbedarf."
Florence Brenzikofer, Nationalratskandidatin Grüne Kanton Basel-Landschaft

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"Damit in der Schweiz die Spiesse für alle gleich lang sind, damit auch Secondos und Secondas zu 100% dazugehören, damit auch Menschen ohne Schweizer Pass, die hier Steuern zahlen, am politischen Prozess teilhaben können, aber auch damit die gleichgeschlechtliche Liebe endlich heiraten kann, brauchen wir Gesetze, die Schluss machen mit der Zementierung alter Privilegien und Ungerechtigkeiten. Dafür will ich in Bern einstehen."
Christian von Wartburg, Nationalratskandidat SP Kanton Basel-Stadt (bisher im Grossen Rat)

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"Die Zahl der Menschen ohne Schweizer Pass wird in den nächsten Jahrzehnten zunehmen, allein in Basel-Stadt soll ihr Anteil gemäss Prognosen bis 2030 fast 40% betragen. Das stellt unser demokratisches System in Frage. Ich bin für eine nochmals stark erleichterte Einbürgerung der 2. und die automatische Einbürgerung der 3. Generation. Dafür würde ich mich im Ständerat einsetzen."
Eva Herzog, Ständeratskandidatin SP Kanton Basel-Stadt (bisher im Regierungsrat)

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"Die Schweizer Frauen erhielten erst 1971 das eidgenössische Stimm- und Wahlrecht. Doch noch heute ist die Frage der politischen Partizipation hochaktuell, denn unsere Demokratie bleibt unvollständig, solange ein Viertel unserer Bevölkerung davon ausgeschlossen ist – trotz jahrelangen Aufenthalts in der Schweiz und dem Nachkommen der damit einhergehenden Pflichten. Deshalb befürworte ich das Stimm- und Wahlrecht für Ausländer*innen und habe im 2018 die Demokratie-Initiative im Kanton Basel-Landschaft unterstützt, welche - leider erfolglos - genau das forderte."
Maya Graf, Ständeratskandidatin Grüne Kanton Basel-Landschaft (bisher im Nationalrat)

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"Alle Menschen, die bei uns leben, sollen mitbestimmen können, wie sich unsere Stadt und die Schweiz entwickelt. Kein Mensch darf von der Demokratie ausgeschlossen werden, nur weil sie oder er keinen roten Pass hat."
Tonja Zürcher, Nationalratskandidatin Bündnis Grüne BastA! Jgb Kanton Basel-Stadt (bisher im Grossen Rat)

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"Die Schweiz als sogenannt älteste Demokratie der Welt, ist erst dann wirklich eine Demokratie, wenn sie die Zugewanderten nicht mehr von der Mitbestimmung ausschliesst. Deshalb setze ich mich für Vereinfachungen bei der Einbürgerung und für das Stimm- und Wahlrecht von Zugewanderten ein."
Beat Jans, Nationalratskantidat SP Kanton Basel-Stadt (bisher im Nationalrat)

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"Zuallererst engagiere ich mich seit Jahren für ein Stimm- und Wahlrecht von Menschen mit einer C-Bewilligung. Politische Entscheide in der Schweiz sähen anders aus, wenn Politiker*innen für ihre Wiederwahl auch auf die Stimmen von Migrant*innen angewiesen wären und nicht auf ihre Kosten politisieren können. Darum haben wir 2014 mit der JUSO Baselland die Demokratie-Initiativen lanciert, die von der Baselbieter Bevölkerung leider abgelehnt wurde. Besonders wichtig scheint mir eine umfassende Reform der Einbürgerungsprozesse. Es braucht mehr Automatismen und weniger Politik. Es gibt keinen Grund, Menschen den roten Pass zu verweigern, wenn sie Teil unserer Gesellschaft sind, mit uns arbeiten, in unsere Schulen gehen oder hier Steuern zahlen. Dazu braucht’s keine Bürgergemeinde und keine Gemeindeversammlung, die darüber entscheidet. Darum setze ich mich ein für weniger Hürden im Einbürgerungsprozess, u.a. eine massive Reduktion der Kosten (z.B. aufs Niveau des tatsächlichen administrativen Aufwands). Zudem setze ich mich aktuell vehement gegen die SVP-Kündigungsinitiative ein. Arbeitgeber*innen könnten damit direkt die Löhne und Arbeitsbedingungen von eingewanderten Personen nach unten drücken und damit auch den Druck auf Menschen erhöhen, die schon heute in Branchen mit starker Zuwanderung arbeiten."
Samira Marti, Nationalratskantidatin SP Kanton Basel-Landschaft (bisher im Nationalrat)

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"In Bern werde ich mich für das Ausländerstimmrecht einsetzen und auch dafür, dass es einfacher ist, sich einbürgern zu lassen. So sollten Kinder, welche hier geboren werden, die Schweizer Nationalität erhalten."
Lea Steinle, Nationalratskandidatin Bündnis Grüne BastA! Jgb Kanton Basel-Stadt (bisher im Grossen Rat)

"Wenn jemand 10 Jahre in Basel lebt, dann soll er sich auch am demokratischen Prozess beteiligen können. Ich unterstütze Vorstösse auf kantonaler Ebene, die dazu führen, dass Ausländerinnen und Ausländer sich an Abstimmungen beteiligen können."
Daniel Seiler, Nationalratskandidat FDP Basel-Stadt